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Es lohnt sich

Der Alumni-Verein Hamburger Soziologinnen und Soziologen ist das Netzwerk für den beruflichen, wissenschaftlichen und privaten Austausch für alle ehemaligen und aktuell Studierende der Soziologie an der Universität Hamburg.

Eine Mitgliedschaft im Alumni Verein lohnt sich für alle, denn wir bringen Alumnis, Studierende, Unternehmen und die Universität Hamburg zusammen.
  • Bewerbungstipps für Absolventen, Stellenbörse und Kontakte für den Berufseinstieg von Soziologen
  • Aktive Mitglieder, intensiver Austausch und abwechslungsreiche Veranstaltungen
  • Netzwerk für Studierende, Alumnis, Unternehmen und die Universität Hamburg
info@alumni-soziologie.de

Am Freitag, dem 11. Dezember 2009, hatten wir mal wieder Gelegenheit Soziologen in der Praxis zu besuchen.

Der VSA Verlag hatte uns eingeladen, die Arbeitsfelder und praktischen Anforderungen im Verlag kennen zu lernen. Bernhard Müller und Marion Fisch begrüßten uns in ihren zugegebener maßen recht kleinen Räumen in St. Georg im Souterrain. Eine gewisse Metaphorik liege zwischen der Raumsituation und der Gesamtsituation als kleiner linker pluralistischer Nischen-Verlag, so Bernhard.

Der Verlag ist ein klassisches Produkt der 68er und von ursprünglich 4 Diplom-Soziologen des Instituts für Soziologie der FU Berlin als publizistische Plattform der Studentenbewegung in den Endsechzigern in Berlin gegründet worden. Mittlerweile hat der Verlag etwa 1000 Bücher herausgebracht, die sich stets am Puls der Zeit bewegen und die die kritische Auseinandersetzung am Leben erhalten möchten. Im letzten Halbjahr wurden etwa 40 Titel verlegt. Heute hat der Verlag offiziell 7 Beschäftigte, die sich zwar auf die 4 formalen Aufgabenfeld er Vertrieb und Werbung, Lektorat und Produktion, Buchhaltung und die hauseigene Zeitschrift Sozialismus verteilen, aber dennoch ist der Betrieb, der zwar rechtlich eine GmbH ist, als Genossenschaft kollektiv organisiert. Das heißt jeder übernimmt im Grunde abwechselnd alles und Entscheidungen werden zumeist im Team organisiert. Die anderen Mitarbeiter haben ein Studium als Ökonomen, Germanisten, Politologen oder Historiker absolviert; das Haus nimmt aber dezidiert keine Trennung der Disziplinen vor, sondern betrachtet sich als sozialökonomische Plattform in der alle Disziplinen zusammenwirken. Daraus ergibt sich auch insgesamt ein hohes Maß an autodidaktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, so Bernhard, da man sich insbesondere in der praktischen Arbeit schnell in andere, einem fremde Felder einarbeiten müsse. Insbesondere gelte dies neben den Wissenschaftsdiszi plinen für die kaufmännischen Felder wie Buchhaltung oder Buchhandel und Vertrieb.

Nach einer kurzen Erläuterung der Historie des Hauses leitete Bernhard über zum Schwerpunkt der verlegerischen Arbeit des VSA Verlags. Diese versteht sich als wissenschaftlich-theoretische Diskussionsplattform, die politische Interventionen – im weiteren Sinne von Bourdieu – betreibt und sich auch aus Teilen der linken Gewerkschaftsbewegung von IG Metall und Verdi, aber auch aus Anteilen der Bildungsarbeit von bspw. attac speist. Auch das berühmte Bourdieu- Zitat, dass Soziologen lernen müssen, dass sie leben müssen wie Künstler, fand sich in der Diskussion wieder. Auch lebe der Verlag vom personifizierten Widerspruch, indem man selbst über bspw. Arbeitszeitverkürzung schreibe, aber selbst durchaus manches mal überarbeitet sei und niemand eine Strichliste über seine Arbeitszeiten führe. Der Einstieg in den Verlag erfolgt zumeist aus persönlichen Netzwerken oder (bescheiden) bezahlten Praktika. Das Ende der durchaus interessanten Diskussion und Ausführungen von Bernhard und Marion fand sich in den Erläuterungen zum daraus resultierenden Generationenübergang und dem Problem des Nachwuchses und den Problemen mit denen oftmals qualifizierte Medien zu kämpfen haben: dem veränderten Marktverhalten der Leser und potentiellen Leser. Denn die Aneignungsweisen und -tiefen der Leser insbesondere für linke kritische Theorie verändern sich permanent und nicht zum Besten. Dazu komme, dass auch die eigentlichen Stammkunden mitunter in prekären Lebensformen leben und nicht immer ausreichend finanzkräftig sind, um die Titel zu erwerben.

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